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MAUTROMMEL

Die Maultrommel ist ein Musikinstrument, das als Zupfidiophon einzuordnen ist, weltweit verbreitet und sicherlich eines der ältesten. Es besteht aus einer vibrierenden Klinge, die durch die Fingerkuppe in Schwingung versetzt wird, und einem Rahmen, der auf den halboffenen Zähnen aufgesetzt wird.

Sein traditionelles Verbreitungsgebiet umfasst ganz Eurasien und einen Teil Ozeaniens, während es in Amerika und Afrika durch Kolonialismus und Handel entstand.

    Das Instrument gelangte im Mittelalter nach Europa und wurde sofort zu einem in großer Zahl von Dorfschmieden, Wanderkupfern und realen Industrien hergestellten (und gehandelten) Objekt. Einer von ihnen war in Valsesia im Nordosten des Piemont zwischen dem Ende des 15. von Riva Valdobbia und Mollia. Die Jahresproduktion konnte über eineinhalb Millionen Instrumente erreichen und der Verkauf betraf nicht nur ganz Europa, sondern auch Amerika. Der letzte Schmied von Ribebe (ribéba oder ribèbba hieß das Instrument im Valsesischen Dialekt) starb Anfang des 20. Jahrhunderts an Altersschwäche, ohne diese traditionelle Manufaktur weiterzugeben.

    In Österreich, genauer gesagt im Dorf Molln, wird heute noch eine rein industrielle Produktion von Maultrommel betrieben, die fast so alt ist wie die im Valsesia (erste Urkunden stammen aus dem 17. Wir alle sind es gewohnt, in Musikgeschäften zu finden.

Musikalisch wurde die Maultrommel auch im Piemont bis Mitte des 20.

    Eine mit dem Instrument verbundene und an fast allen Orten, wo es gespielt wurde oder gespielt wird, verbreitete Gewohnheit ist der Bau von Spezialkoffern, fast immer aus Holz und oft reich verziert, um das Instrument zu schützen und zu transportieren.

Während in Norditalien das Instrument aus dem traditionellen Gebrauch verschwunden ist, wird die Maultrommel in Italien in Kampanien, Sizilien und Sardinien noch immer weit verbreitet, wo es zahlreiche Spieler und Schmiede gibt, die sie herstellen.  

     Im Piemont hingegen ist der junge Schmied Luca Boggio derzeit in der Gegend von Biella tätig und fertigt sowohl Instrumente nach eigener Konzeption als auch originalgetreue Nachbildungen der alten valsesischen Vorbilder.

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Das Museum dankt Dr. Alessandro Zolt, Autor des oben berichteten interessanten Textes. Januar 2022.

​ Zur Vertiefung des Themas: Alberto Lovatto und Alessandro Zolt, La ribeba in Valsesia nella storia europea dello scacciapensieri, LIM, Lucca, 2019.

 

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